Georg Etscheit

Editorial

Ein wenig Semantik zum Einstieg: Aufrichtiges Lob unter Kollegen ist ein rares Gut, besonders in einem von allerlei Eitelkeiten geprägten Berufsfeld wie dem Journalismus. Die beiläufig geäußerte Bemerkung  „Gute Geschichte, lieber Kollege“ – das ist oft schon der Gipfel dessen, was man von einer Redaktion erwarten kann, wenn man sich besonders angestrengt hat und sich das Ergebnis der Mühen sehen lässt.  Eine „Geschichte“ ist im Journalisten-Jargon ein Beitrag, ein Feature, eine Reportage, ein Essay oder ein Interview, manchmal auch nur ein Thema, das man der Redaktion präsentiert, in der Hoffnung, es möge auf Interesse stoßen.

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Mein Abschied von dpa und den Salzburger Festspielen

Mehr als zwanzig Jahre hatte ich als freier Kulturkorrespondent der dpa exklusiv über die Salzburger Festspiele berichten dürfen. Ich wurde Zeuge vieler großer Konzert- und Opernereignisse und berichtete darüber für die größte deutschsprachige Presseagentur. Ich sah viele Intendanten kommen und gehen: Gerard Mortier, Peter Ruzicka, Jürgen Flimm, Alexander Pereira , Sven-Eric Bechtolf und Markus Hinterhäuser, der heute die Geschicke des weltgrößten Musik- und Theaterfestivals verantwortet. Und ich sah viele große Künstlerinnen und Künstler, allen voran Nikolaus Harnoncourt, der das Festival prägte wie vor ihm wohl nur Herbert von Karajan.

Meine Berichte und Rezensionen wurden viele hundert Mal gedruckt und prägten, das kann ich ganz unbescheiden sagen, das Bild der Festspiele in deutschsprachigen Medien. Es war auch die Zeit, in der eine russische Sopranistin namens Anna Netrebko bei den Festspielen entdeckt und zum Fixstern des Festivals avancierte, bis zum Ausbruch des Ukrainekriegs, in dessen Folge sie einstweilen auch von der Salzburger Bildfläche verschwand.

Diese wundervolle Zeit ist nun zu Ende gegangen, weil dpa entschieden hat, fürderhin auf meine  Mitarbeit verzichten zu wollen. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen für  die jahrelange Zusammenarbeit, insbesondere danke ich dem Pressebüro der Salzburger Festspiele unter Ulla Kalchmair. Ganz werde ich die Festspiele jedoch nicht aus den Augen verlieren. Ich werde punktuell auch in Zukunft einen Blick auf Salzburg werfen, jetzt als Kulturkorrespondent des Internetportals „Die Achse des Guten“.

Radfahren ohne Idologie

Auf  Einladung des Ausschusses für Wohnen, Bau und Verkehr des Bayerischen Landtages hatte ich die Möglichkeit, einer Anhörung zum Thema „Radverkehrsförderung durch den Freistaat Bayern“ als Experte beizuwohnen. Dabei wies ich unter anderem darauf hin, dass ein überdimensionierter Ausbau des Radwegenetzes die berechtigten Anstrengungen zum Artenschutz und gegen zunehmende Flächenversiegelung konterkarieren könnte.

Meine vollständige Stellungnahme finden Sie hier >>>

Hier ein fairer Bericht aus den Nürnberger Nachrichten >>> 

Guttenberg-Bio unter BR-Top Ten der Musikbücher

Die Klassikredaktion des Bayerischen Rundfunks (BR) hat mein im Mai erschienenes Buch „Musizieren gegen den Untergang“ zu einem der zehn besten Musikbüchen des Jahres 2020 erklärt. Wortlaut der Empfehlung: „Dieses Buch war für Georg Etscheit ein Risiko: Er wollte einerseits seine Freundschaft mit Enoch zu Guttenberg nicht gefährden, aber andererseits auch alle Aspekte dieser schillernden Persönlichkeit erfassen. Und tatsächlich ist es ihm gelungen, die vielen Seiten Guttenbergs ungeschönt, humorvoll und mit Empathie zu zeigen: Guttenberg, der adlige Unternehmer und engagierte Umweltschützer, der Chorleiter, Dirigent und Intendant der Herrenchiemsee Festspiele. Zugleich gibt das Porträt in unterhaltsamem Stil einen interessanten Einblick in die vergangenen sieben Jahrzehnte deutscher Kulturgeschichte.“

ets´ jetzt auch bei Achgut.com

Der von Henryk M. Broder im Jahre 2004 ins Leben gerufene Politblog Achse des Guten, kurz Achgut.com, ist einer der beliebtesten und am meisten gelesenen der Republik. Ich freue mich, meine Beiträge zum Zeitgeschehen jetzt auch über diesen Kanal verbreiten zu können. „Man muss nur wählen können; das einzige, was man braucht, ist der Mut zur Sezession, zur Abkehr vom Mainstream“, schreibt Botho Strauss in seinem 1993 erstmals veröffentlichten, prophetischen Essay „Anschwellender Bocksgesang“. „Diese Demokratie benötigte von Anfang an mehr Pflanzstätten für die von ihr Abgesonderten. Abschnitte, Orte, wo ihre Rede nicht herrscht und die inzüchtige Kommunikation unterbrochen ist.“ Solch ein Ort ist Achgut.com.

Wie schlimm sind Schottergärten?

Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg hat im Zuge einer Novelle des Naturschutzgesetz sogenannte „Schottergärten“ verboten. Was sind Schottergärten? Warum sind sie ein medialer Aufreger? Sind sie wirklich die „Gärten des Grauens“, ein ästhetischer und ökologischer Skandal, wie der Berliner Biologe Ulf Soltau meint? Oder handelt es sich nur um grünen Populismus? In der traditionsreichen Diskussionssendung „SWR“-Forum“ hatte ich Gelegenheit unter der Moderation von Burkhard Müller-Ullrich über dieses Thema zu diskutieren? Zuvor hatte ich mich in einem viel gelesenen und kommentierten Blogbeitrag auf Achgut.com mit den Schottergärten auseinandergesetzt.