Georg Etscheit

Editorial

Ein wenig Semantik zum Einstieg: Aufrichtiges Lob unter Kollegen ist ein rares Gut, besonders in einem von allerlei Eitelkeiten geprägten Berufsfeld wie dem Journalismus. Die beiläufig geäußerte Bemerkung  „Gute Geschichte, lieber Kollege“ – das ist oft schon der Gipfel dessen, was man von einer Redaktion erwarten kann, wenn man sich besonders angestrengt hat und sich das Ergebnis der Mühen sehen lässt.  Eine „Geschichte“ ist im Journalisten-Jargon ein Beitrag, ein Feature, eine Reportage, ein Essay oder ein Interview, manchmal auch nur ein Thema, das man der Redaktion präsentiert, in der Hoffnung, es möge auf Interesse stoßen.

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Jahrestag der Ahrtal-Flutkatastrophe: Kontrafunk-Interview

„Kontrafunk – Die Stimme der Vernunft“ so heißt ein neues Medium, gegründet von dem angesehenen Radiomoderator Burkhard Müller-Ullrich. Der Kulturjournalist arbeitete lange Zeit erfolgreich unter anderem für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, bevor er, zunehmend frustriert von der politischen und journalistischen Arroganz der Mainstreammedien, zunächst den Podcast „Indubio“ auf der Achse des Guten gründete. Am 21. Juni 2022 ging er dann mit einem eigenen 24-Stunden-Radiokanal mit Sitz in der Schweiz erstmals auf Sendung. Ich hatte die Ehre, bereits bei Indubio mit Burkhard Müller-Ullrich zusammen arbeiten zu können. Jetzt konnte ich mich am Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal zu der teils hysterischen Debatte um Klimawandel und „Extremwetter“ im Morgenmagazin von Kontrafunk äußern.

Hier der Link dazu. Mein Gespräch mit dem Interviewer Benjamin Gollme beginnt bei 27,46 Minuten.

Horst Seehofer mit Enoch zu Guttenberg-Medaille geehrt

Foto: VLABDer frühere bayersiche Ministerpräsident und mehrfache Bundesminister Horst seehofer ist mit der vom Verein für Landschaftspflege, Artenschutz und Biodiversität (VLAB) gestifteten und erstmalig verliehenen Enoch zu Guttenberg-Medaille ausgezeichnet worden. Vor allem als bayerischer Ministerpräsident von 2008 bis 2018 hatte Seehofer mehrere ebenso mutige wie wegweisende umweltpolitische Entscheidungen getroffen. Er stoppte den Vollausbau der Donau zwischen Regensburg und Passau, engagierte sich für einen dritten bayerischen Nationalpark und „erfand“ die bundesweit einmalige 10 H-Abstandsregeung für Windkraftwerke, mit der eine vollständige „Verspargelung“ bayerischer Natur- und Kulturlandschaften bislang weitgehend verhindert werden konnte. Das Foto der Preisverleihung auf Schloss Guttenberg am 2. Juli zeigt von links nach rechts: Horst Seehofer, den VLAB-Vorsitzenden Johannes Bradtka sowie Laudator Georg Etscheit.

Guttenberg hatte den VLAB mit ins Leben gerufen und zu seinen Lebzeiten großzügig unterstützt. Der VLAB sollte ein Gegengewicht bilden zu den etablierten Umweltorganisationen, denen der Baron vorwarf, sie würden sich allzu willig der Erneuerbare-Energien-Lobby in die Arme werfen und dabei ihre einstigen Ziele zu verraten. 2012 trat Guttenberg unter Protest und großer Medienöffentlichkeit aus dem von ihm einst ebenfalls mit gegründeten Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) aus, eine Entscheidung, die, wie er danach immer wieder sagte, unendlich schwer gefallen sie. Seither ließ der Dirigent und Traditionsökologe aus altem, oberfränkischen Reichsrittergeschlecht keine Gelegenheit aus, um gegen die allgegenwärtige „Verspargelung“ zu Feld zu ziehen, die er mit einer Säureattacke auf ein wertvolles Landschaftsgemälde verglich

Mein Abschied von dpa und den Salzburger Festspielen

Mehr als zwanzig Jahre hatte ich als freier Kulturkorrespondent der dpa exklusiv über die Salzburger Festspiele berichten dürfen. Ich wurde Zeuge vieler großer Konzert- und Opernereignisse und berichtete darüber für die größte deutschsprachige Presseagentur. Ich sah viele Intendanten kommen und gehen: Gerard Mortier, Peter Ruzicka, Jürgen Flimm, Alexander Pereira , Sven-Eric Bechtolf und Markus Hinterhäuser, der heute die Geschicke des weltgrößten Musik- und Theaterfestivals verantwortet. Und ich sah viele große Künstlerinnen und Künstler, allen voran Nikolaus Harnoncourt, der das Festival prägte wie vor ihm wohl nur Herbert von Karajan.

Meine Berichte und Rezensionen wurden viele hundert Mal gedruckt und prägten, das kann ich ganz unbescheiden sagen, das Bild der Festspiele in deutschsprachigen Medien. Es war auch die Zeit, in der eine russische Sopranistin namens Anna Netrebko bei den Festspielen entdeckt und zum Fixstern des Festivals avancierte, bis zum Ausbruch des Ukrainekriegs, in dessen Folge sie einstweilen auch von der Salzburger Bildfläche verschwand.

Diese wundervolle Zeit ist nun zu Ende gegangen, weil dpa entschieden hat, fürderhin auf meine  Mitarbeit verzichten zu wollen. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen für  die jahrelange Zusammenarbeit, insbesondere danke ich dem Pressebüro der Salzburger Festspiele unter Ulla Kalchmair. Ganz werde ich die Festspiele jedoch nicht aus den Augen verlieren. Ich werde punktuell auch in Zukunft einen Blick auf Salzburg werfen, jetzt als Kulturkorrespondent des Internetportals „Die Achse des Guten“.

Radfahren ohne Idologie

Auf  Einladung des Ausschusses für Wohnen, Bau und Verkehr des Bayerischen Landtages hatte ich die Möglichkeit, einer Anhörung zum Thema „Radverkehrsförderung durch den Freistaat Bayern“ als Experte beizuwohnen. Dabei wies ich unter anderem darauf hin, dass ein überdimensionierter Ausbau des Radwegenetzes die berechtigten Anstrengungen zum Artenschutz und gegen zunehmende Flächenversiegelung konterkarieren könnte.

Meine vollständige Stellungnahme finden Sie hier >>>

Hier ein fairer Bericht aus den Nürnberger Nachrichten >>> 

Guttenberg-Bio unter BR-Top Ten der Musikbücher

Die Klassikredaktion des Bayerischen Rundfunks (BR) hat mein im Mai erschienenes Buch „Musizieren gegen den Untergang“ zu einem der zehn besten Musikbüchen des Jahres 2020 erklärt. Wortlaut der Empfehlung: „Dieses Buch war für Georg Etscheit ein Risiko: Er wollte einerseits seine Freundschaft mit Enoch zu Guttenberg nicht gefährden, aber andererseits auch alle Aspekte dieser schillernden Persönlichkeit erfassen. Und tatsächlich ist es ihm gelungen, die vielen Seiten Guttenbergs ungeschönt, humorvoll und mit Empathie zu zeigen: Guttenberg, der adlige Unternehmer und engagierte Umweltschützer, der Chorleiter, Dirigent und Intendant der Herrenchiemsee Festspiele. Zugleich gibt das Porträt in unterhaltsamem Stil einen interessanten Einblick in die vergangenen sieben Jahrzehnte deutscher Kulturgeschichte.“