Editorial

Ein wenig Semantik zum Einstieg: Aufrichtiges Lob unter Kollegen ist ein rares Gut, besonders in einem von allerlei Eitelkeiten geprägten Berufsfeld wie dem Journalismus. Die beiläufig geäußerte Bemerkung  „Gute Geschichte, lieber Kollege“ – das ist oft schon der Gipfel dessen, was man von einer Redaktion erwarten kann, wenn man sich besonders angestrengt hat und sich das Ergebnis der Mühen sehen lässt.  Eine „Geschichte“ ist im Journalisten-Jargon ein Beitrag, ein Feature, eine Reportage, ein Essay oder ein Interview, manchmal auch nur ein Thema, das man der Redaktion präsentiert, in der Hoffnung, es möge auf Interesse stoßen.

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Guttenberg-Biografie erscheint im Mai

In Kürze erscheint im Mainzer Schott-Verlag die erste Biografie über den Dirigenten und Umweltschützer Enoch zu Guttenberg. Auf gut 250 Seiten beschreibt der Münchner Autor und Journalist Georg Etscheit anschaulich, detailreich und auch humorvoll das Leben und den Werdegang eines außergewöhnlichen „Bekenntnismusikers“, der sich mit der Chorgemeinschaft Neubeuern sein eigenes „Instrument“ schuf und sich gegen mannigfaltige Widerstände einen Ruf als wegweisender Interpret klassischer Musik erkämpfte, mit Johann Sebastian Bachs geistlichen Werken im Zentrum seines Schaffens.

Untrennbar verknüpft war sein künstlerisches Wirken mit seinem Engagement für den Umweltschutz, zuletzt sein Kampf gegen die Landschaftsverschandelung durch die Windkraft. Dieser wichtigen Facette seines Lebens ist ein umfangreiches Kapitel gewidmet – nicht zu vergessen seine vielfältigen Leidenschaften und Verpflichtungen als Oberhaupt eines alten Adelsgeschlechts, die ihn zu einer zuweilen zermürbenden Doppelexistenz zwangen. Das Buch basiert auf persönlichen Begegnungen mit Guttenberg sowie umfangreichen Recherchen seit seinem Tod im Juni 2018, darunter mehr als dreißig Interviews mit Menschen, die dem Baron nahestanden.

Georg Etscheit, Musizieren gegen den Untergang. Der Dirigent und Umweltschützer Enoch zu Guttenberg – ein biografisches Porträt, Schott-Verlag Mainz, ca. 250 Seiten, zum Teil bebildert. Erscheinungstermin: Mai 2020