Georg Etscheit

Editorial

Ein wenig Semantik zum Einstieg: Aufrichtiges Lob unter Kollegen ist ein rares Gut, besonders in einem von allerlei Eitelkeiten geprägten Berufsfeld wie dem Journalismus. Die beiläufig geäußerte Bemerkung  „Gute Geschichte, lieber Kollege“ – das ist oft schon der Gipfel dessen, was man von einer Redaktion erwarten kann, wenn man sich besonders angestrengt hat und sich das Ergebnis der Mühen sehen lässt.  Eine „Geschichte“ ist im Journalisten-Jargon ein Beitrag, ein Feature, eine Reportage, ein Essay oder ein Interview, manchmal auch nur ein Thema, das man der Redaktion präsentiert, in der Hoffnung, es möge auf Interesse stoßen.

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Neu: Merian-Führer zu Opern- und Klassikfestivals

Die berühmten Stimmen und großen Instrumentalisten der internationalen Opern- und Klassikwelt live zu hören, ist ein Erlebnis, von dem viele Musikliebhaber träumen. In jüngster Zeit setzen Veranstalter und Intendanten auf immer kühnere Bühnenkonzepte und überraschende Konzertformate. Dieser Band, zu dem ich unter anderem Beiträge über die Ruhr-Triennale und das Schleswig-Holstein-Musikfestival beisteuerte, führt zu 50 ausgewählten musikalischen Höhepunkten der internationalen Bühnensaison – zu Opern-, Klassik- und Freilicht-Festspielen, zu Musik-Kreuzfahrten, historischen Kammermusik- und Neue-Musik-Festivals. Ein Muss für jeden Liebhaber klassischer Musik!

Das bietet dieses MERIAN-Buch:
• Der moderne Guide in einer anspruchsvollen Musiklandschaft von neuen und etablierten Festivals
• Geschrieben von kompetenten Fachjournalisten, kenntnisreich und unterhaltsam
• Unter anderem mit: Festspiele in Bayreuth, Bregenz und Salzburg; Heidelberger Frühling; Donaueschinger Musiktage; Aldeburgh und Glyndebourne Festival; Opernfest Drottningholm

„Wir müssen reden“ – Kontroverser „Phoenix“-Klimatalk

Das Format ist noch recht neu und ähnelt der BR-Traditionssendung“ Jetzt red‘ i“. Bei Phoenix, dem „Dokumentationskanal“ von ARD und ZDF, heißt dieser live übertragene Bürgertalk zu wichtigen aktuellen Themen „Wir müssen reden“. Am Montagabend (2. Juli 2019) stand in einem Münchner Biergarten bei moderaten Temperaturen ein besonders heißes Thema auf der Tagesordnung: Kein Fleisch, keine Flüge, kein Auto mehr – wie retten wir das Klima? Es ging in der 75-minütigen Sendung aber nicht nur um Verzicht auf Flugreisen, Fleisch und andere mutmaßlich Klima schädliche Aktivitäten und Lebensstile, sondern auch um die harten Fakten einer stümperhaft ins Werk gesetzten „Energiewende“, die wie jüngst bekannt wurde, nicht nur erneut zu einem Beinahe-Blackout führte, sondern Natur und Landschaft unermesslichen Schaden zufügt, bei  minimalen Erfolgen im Sinne des Klimaschutzes. weiterlesen

Keine Windräder über Kloster Gerode!

Das ehemalige Kloster Gerode im niedersächsisch-thüringischen Eichsfeld, unweit der Universitätsstadt Göttingen, ist eine wunderbarer Ort. Die letzten Mönche verließen die im Jahre 890 gegründete Abtei zwar schon 1803, als sie im Zuge der Säkularisierung in eine preußische Staatsdomäne umgewandelt wurde. Doch 1994 erwarb der gemeinnützige Verein „Weg der Mitte“ die weitläufige Anlage, um dort einen Ort der Ruhe, Kultur, Heilung und interreligiösen Verständigung zu begründen. Eingebettet ist dieser Ort in eine vielfältige Kulturlandschaft an den südlichen Ausläufern des Harzes.

Im romantischen Garten von Kloster Gerode hatte ich am Sonntag, 23. Juni 2019, Gelegenheit, einen Vortrag über die gescheiterte Energiewende, die Landschaftsverschandelung durch Windräder  und die um sich greifende Klimahysterie zu halten. weiterlesen

Anti-Windkraft-Torte für Steinmeier

Mehr als 1000 Menschen aus ganz Deutschland haben am Verfassungstag (23.5.) in Berlin gegen den ungezügelten Ausbau der Windkraft demonstriert. Vor dem Bundeskanzleramt präsentierten sie eine gehaltvolle Torte mit dem Logo der Demonstration: „Für Natur- und Kulturlandschaften – ohne Wind-Industrie-Anlagen“.  Das Geschenk war für eine Kaffeetafel des Bundespräsidenten bestimmt, zu der das Staatsoberhaupt 200 Bürgerinnen und Bürger bei strahlendem Frühsommerwetter in den Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue eingeladen hatte.

Anlass für die Aktion war der 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ lautet Artikel 1, Artikel zwei verbrieft das Jedermannsrecht „auf Leben und  körperliche Unversehrtheit.“ Dass diese Grundrechte offenbar nicht für alle Menschen gelten, davon waren die Demonstranten überzeugt: mittlerweile fast 30 000 Wind-Industrie-Anlagen in Deutschland haben für viele Landbewohner zu unerträglichen Belastungen geführt. Sie haben ganze Landstriche zerstört und bringen Vögeln und Fledermäusen den Tod, wobei der Klimaschutzeffekt dieser aberwitzigen Materialschlacht bislang kaum messbar ist.

Der Demonstrationszug führte vom Bundeskanzleramt zum Brandenburger Tor. Dort fand die Abschlusskundgebung statt mit namhaften Rednern Energiewende kritischer  Vereine und Organisationen wie Vernunftkraft, der Naturschutzinitiative und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz (VLAB), für den ich selber als Beiratsmitglied über „geopferte Landschaften“ sprach. Udo Bergfeld aus dem hessischen Odenwald, Organisator der Demonstration, überreichte Vertretern der Politik ein Berliner Manifest, in dem unter anderem ein sofortiges Moratorium für den Bau weiterer Windkraftwerke gefordert wird.

 

Windmonster im Drosteland?

Sollen auch die Baumberge, einer der reizvollsten Kulturlandschaften des Münsterlandes mit mehr als 200 Meter hohen Windkraft-Giganten verschandelt werden? Um diese brisante Frage ging es in einer Vortragsveranstaltung, zu der am 6. April die „Bürgerinitiative Havixbeck  & Hohenholte“ in das mitten in den Baumbergen gelegene Ausflugslokal „Teitekerl“ eingeladen hatte. Als Autor von „Geopferte Landschaften“ und Gastredner sprach ich von einem „Akt der Barbarei, auch diesen zauberhaften Flecken auf dem Altar vorgeblicher Klimarettung zu opfern“. Die geplanten Windkraft-Standorte würden nicht nur die berühmte Sichtachse zwischen Münster und Billerbeck zerstören, sondern tangierten auch Burg Hülshoff, den Geburtsort von Annette von Droste-Hülshoff, einer der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen, die selbst in ihren Naturschilderungen die Schönheiten ihrer Heimat besungen hatte. Diese Anlagen wären eine Kulturschande und eine Bedrohung für den regionalen Tourismus, der in Zeiten des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinne. „Wenn immer wieder gefordert wird, dass die Menschen weniger fliegen sollen, um das Kima zu schützen, müssen die regionalen Erholungsräume umso mehr geschützt werden.“

Hier ein Bericht zu der Rede aus den Westfälischen Nachrichten